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Rückkehr ins Büro ohne Stress

Nach langer Zeit im Homeoffice kehren viele von uns zurück ins Büro. Ob unser Arbeitsalltag jemals wieder so aussieht wie vor der Pandemie, wird die Zeit zeigen. Schon jetzt wird klar, dass die Rückkehr ins Büro ganz unterschiedliche Auswirkungen hat. In McKinsey Studie gab ein Drittel der Befragten an, das Ende des Homeoffices hätte negative Folgen für ihre mentale Gesundheit, genauso viele Angestellte erklärten jedoch, dass die Rückkehr ins Büro ihrer Psyche gut tut.

Die Gründe scheinen auf der Hand zu liegen: Ein lautes, trubeliges Büro war für Introvertierte vielleicht noch nie der richtige Arbeitsplatz, Eltern können sich dank Homeoffice leichter organisieren und für alle fällt der Zeitaufwand des Pendelns weg. Andererseits befeuert die direkte Kommunikation mit unseren Kollegen kreative Ideen, Prozesse werden mitunter beschleunigt und das Zusammengehörigkeitsgefühl wird gestärkt.


Der schwere Abschied vom Homeoffice

Fühlen Sie sich nach der Rückkehr ins Büro erschöpft und sitzen abends wie erschlagen auf dem Sofa? Sie sind nicht allein. Nachdem wir alle seit fast zwei Jahren in einem Zustand der Krise und Unsicherheit leben, erfahren Sie nun eine weitere signifikante Umstellung. Seien Sie nachsichtig mit sich. Es gibt einige Mittel, um diese Zeit zu erleichtern.


Wie fühlen Sie sich?

Nehmen Sie sich Zeit, um zu erkennen, wie es Ihnen beim Gedanken an die Rückkehr ins Büro geht. Ist Ihnen mulmig zumute? Überlegen Sie, woran das liegt, nur so können Sie Abhilfe schaffen. Sorgen Sie sich z. B., aufgrund der laufenden Pandemie um Ihre Gesundheit? Suchen Sie das Gespräch, um zu klären, was Ihr Arbeitgeber tut, um das Risiko von Ansteckungen zu minimieren.


Gutes beibehalten

Haben Sie sich im Homeoffice angewöhnt, in der Mittagspause einen Spaziergang zu machen? Nichts spricht dagegen, dies auch im Büro zu tun. Überlegen Sie, welche positiven Aspekte des Homeoffices Sie erhalten können. Sie müssen ja nicht gleich im Pyjama am Schreibtisch sitzen.


Grenzen aufzeigen

Sie haben es genossen Ihre Mittagspause im Homeoffice mit einem Buch zu verbringen und fühlen sich jetzt verpflichtet, mit den Kollegen Smalltalk zu führen? Erklären Sie kurz Ihre Beweggründe und suchen Sie sich ein ruhiges Plätzchen für die Lektüre. Indem Sie Grenzen etablieren, bewahren Sie ein Stück der Autonomie des Homeoffices.


Pro und Contra

Alles furchtbar im Büro? Beide Arten zu Arbeiten haben individuelle Vor- und Nachteile. Nehmen Sie sich Zeit für eine ausführliche Pro- und Contra-Liste. Vielleicht sind das auch “banale” Dinge, wie die Tatsache, dass Sie im Büro einen Anlass haben, Ihre liebsten Kleidungsstücke öfter auszuführen oder dass der Paketbote jetzt nicht mehr sämtliche Pakete der Nachbarschaft bei Ihnen abliefert.


Stress beim Pendeln reduzieren

Scheint Ihnen der Weg ins Büro plötzlich viel belastender als in der Vergangenheit? Das bilden Sie sich nicht ein. Einige Fachleute sprechen schon vom Commuter Burnout. Dabei spielt nicht nur der Zeitaufwand eine Rolle, die diversen Stressfaktoren des Pendelns treten nach dieser langen Pause so richtig zutage: Ausfallende Züge, Stau in der Innenstadt, Lärm und nicht zuletzt unsere Mitreisenden können den Stresslevel auf dem Weg ins Büro in ungeahnte Höhen treiben. Aber Hilfe naht:

  • Planen Sie genug Zeit ein. Nach vielen Monaten, in denen wir im Notfall nur drei Minuten vom Bett an den Schreibtisch brauchten, haben wir auch ein wenig das richtige Zeitmanagement verlernt. Planen Sie also einen Zeitpuffer ein, damit sie nicht vollkommen abgehetzt ankommen.

  • Kopfhörer auf: Musik, ein Podcast oder White Noise, dies alles sind gute Mittel, um sich von den Geräuschen der Umgebung abzuschirmen und die Welt einfach mal zu muten.

  • Lektüre: Die entspannende Wirkung des Lesens ist längst belegt und schafft einen weiteren Rückzugsort. Und wenn Sie zu den vielen Menschen gehören, die endlich wieder mehr lesen wollen, ist dies der ideale Zeitrahmen. Sie wollen kein Buch mitschleppen, müssen oft umsteigen oder finden häufig keinen Sitzplatz? Vielleicht laden Sie sich eine eReader App auf ihr Handy, dann können Sie auch einhändig lesen und ärgern sich nie mehr, weil Sie ihr Buch vergessen haben.

  • Fahrweg neu denken: Stresst es Sie jeden Tag aufs Neue an dieser einen besonders vollen Haltestelle umzusteigen? Naturgemäß entscheiden wir uns immer für den kürzesten Fahrweg, aber vielleicht kämen Sie entspannter an, wenn Sie 5 Minuten länger brauchen, sich dafür aber nicht an vollen Gleisen quetschen müssen.

  • Bewegung: Glücklich ist, wer zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit fahren kann. Bewegung entspannt und bringt unseren Kreislauf in Schwung. Überlegen Sie, ob Sie eine oder zwei Haltestellen eher aussteigen und ein Stück des Weges zu Fuß zurücklegen. Durch die zusätzlich Bewegungen können Sie den Stress der Fahrt hinter sich lassen und gerade im Winter tanken Sie so ein paar wertvolle Sonnenstrahlen.


Feste Bürotage

Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen ein Hybridmodell, bei dem Mitarbeiter Homeoffice mit Anwesenheit im Büro mixen können, ermöglicht, dann planen Sie feste Bürotage ein, anstatt jedes Mal spontan zu entscheiden, wann Sie ins Büro fahren. Das ständige Treffen von Entscheidungen erschöpft und Struktur in Ihrem Alltag hilft Ihnen, Ihren Kollegen und auch Ihrer Familie beim Planen.


Was Manager tun können, um Ihrem Team die Rückkehr zu erleichtern

Sie laufen jeden Tag durch leere Büroräume und vorbei an verwaisten Schreibtischen, obwohl Sie schon vor Wochen den Abschied vom Homeoffice verkündet haben? Gemeinsam an einem Ort zu arbeiten hat Vorteile, Sie müssen aber nicht gleich zum Befehlston greifen, um Ihr Team zusammenkommen zu lassen.


Warum zurück ins Büro?

Wer überzeugen will, braucht gute Gründe. Was für Vorteile hat es, tägliche Fahrzeiten auf sich zu nehmen, um im Büro zu arbeiten? Nur wenn Sie sich selbst darüber im Klaren sind, können Sie dies auch anderen Menschen vermitteln.


Flexibilität

Flexible Arbeitszeiten, kombiniert mit einem Hybridmodell werden zurecht als Hauptmittel zur Bekämpfung von Stress genannt. Sie können so außerdem den verschiedensten Lebensumständen Ihrer Mitarbeiter gerecht werden. Sicherlich hätten Sie das Recht, die permanente Rückkehr ins Büro zu “befehlen”, aber bedenken Sie, dass viele Beschäftigte die neue Autonomie und Flexibilität so sehr schätzen, dass sie sich zur Not einen neuen Arbeitgeber suchen.


Hören Sie zu

Vielleicht ahnen Sie, warum Ihre Mitarbeiter nicht zurück ins Büro wollen, aber fragen Sie trotzdem nach und hören zu, ohne zu werten. Welche Vorteile hatte das Homeoffice für Ihre Mitarbeiter und ist es möglich, diese irgendwie ins Büro zu integrieren? Vielleicht haben es sich einige Mitarbeiter zur Angewohnheit gemacht, einen Powernap einzulegen. Gibt es in Ihren Räumlichkeiten vielleicht eine stille Ecke, die sich für ein Sofa etc. eignet? Aber vielleicht gibt es auch gesundheitliche Bedenken. Nehmen Sie alles ernst und seien Sie zugänglich.


Schaffen Sie eine attraktive Umgebung

Auch wenn Ihr Büro schon mit allen Schikanen ausgestattet ist, lohnt es sich, die Rückkehr zum Anlass zu nehmen, über Verbesserungen nach zu denken. Wenn Sie im Unternehmen ein Hybridmodell umsetzen, dann haben Sie nun vielleicht sogar mehr räumliche Kapazitäten, um Ideen zu realisieren. Holen Sie Vorschläge aller Mitarbeitenden ein oder lassen Sie sie über mögliche Neuerungen abstimmen. Eine tolle Kaffeemaschine, ein regelmäßiger Obstkorb, besseres technisches Equipment oder sogar große und kleine Renovierungsarbeiten – sorgen Sie dafür, dass alle gerne ins Büro kommen.


Rückzugsmöglichkeiten

Gerade introvertierte und hochsensible Menschen haben die Zeit im Homeoffice genossen. Überlegen Sie, ob es möglich ist, eine oder sogar mehrere sogenannte “Islands of Silence” im Büro einzurichten. Das sind Bereiche im Büro, in denen es besonders ruhig ist. In der Regel darf hier nicht gesprochen werden und selbstverständlich läuft keine Musik. Es ist ein Rückzugsort für konzentriertes Arbeiten und für Mitarbeiter, für die ein geräuschvolles (Großraum)büro besonders belastend ist.


Bleibt alles neu

Was ist im Büro besser als im Homeoffice? An einem Tisch sitzen und auf den Computer starren kann man an allen möglichen Orten. Wenn das im Büro genauso ist wie zu Hause, warum sollte man den Fahrtweg antreten? Bemühen Sie sich neue Wege zu gehen. Sind alle Teilnehmer eines Meetings im selben Raum versammelt? Prima, dann nutzen Sie alle verfügbaren Mittel für ein Meeting. Egal ob Whiteboard oder Post-its. Vielleicht führen Sie das nächste 1:1 bei einem Spaziergang? Es gibt keinen Grund warum ein Präsenzmeeting eine Art offline Zoomcall sein sollte.


Feste Bürotage

Wenn Sie ein Hybridmodell pflegen, empfiehlt es sich, einen “festen” Bürotag pro Woche zu etablieren. Am besten lassen Sie ihr Team abstimmen, welcher Tag ideal ist. Solche “Bürotage” stärken nicht nur das Zusammengehörigkeitsgefühl im Team, sondern eignen sich auch gut, um Meetings in persona abzuhalten oder auch für gemeinsame Mittagessen. Vielleicht reicht das Budget ja auch, um ab und an für alle Essen zu bestellen.


Gesundheitsschutz

Auch wenn die Zahlen Hoffnung geben, ist die Pandemie noch nicht durchgestanden. Nehmen Sie Ängste und Bedenken ernst und entwickeln Sie neben den gesetzlichen Regeln verbindliche Verhaltensgrundlagen für alle. Wie wird informiert, wenn es einen Corona(verdachts)fall im Büro gibt? Wie sollen sich Mitarbeiter verhalten, wenn sie morgens mit einem Kratzen im Hals aufwachen? Feste Regeln, die alle kennen, schaffen Sicherheit.

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