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Corporate Culture: Unternehmenskultur als Erfolgstreiber

Fachkräftemangel, demografischer Wandel, Digitalisierung, gewaltiger Konkurrenzdruck und nicht zuletzt die Auswirkungen der Pandemie: Führungskräfte und ihre Unternehmen hatten noch nie so viele Veränderungen gleichzeitig zu bewältigen, um den Unternehmenserfolg zu sichern.

Doch was macht eine Firma in der heutigen Zeit wirklich erfolgreich? Ist es noch der bekannte Dreiklang aus besserer Leistung, Innovation und Kundennähe? Sicherlich auch. Aber: Wie eine Studie von Heidrick & Struggles belegt, ist eine positive Unternehmenskultur ein unschlagbarer Wettbewerbsvorteil – auch finanziell.

In diesem Artikel erfahren Sie, was eine Unternehmenskultur ausmacht, wie sie entsteht und wie Sie sie positiv beeinflussen können.

Was ist Unternehmenskultur?


Die Unternehmenskultur beruht auf einem komplexen System gemeinsamer Werte, geteilter sozialer Normen, Symbole und Einstellungen der Beteiligten. Diese Elemente beeinflussen das Verhalten der Organisationsmitglieder, ihre Entscheidungen und Gefühle, quer durch alle Hierarchieebenen.


Unternehmenskultur: Eine Definition

Der Begriff „Unternehmenskultur” oder „Corporate Culture” meint die Gesamtheit aller gemeinsamen Einstellungen, Werte und Normen der Mitglieder eines Unternehmens. Geteilte Werte bilden den prägenden Hintergrund für das Verhalten, die Entscheidungen und die Handlungen der Unternehmensmitglieder.

Die sogenannte Tiefenstruktur, also die Ebene der Werte, Einstellungen und Normen, bildet demnach den Rahmen für die Oberflächenstruktur. Die sichtbaren Elemente sind für Außenstehende erkennbar, beispielsweise als Dresscodes, im Kommunikationsverhalten und den Umgangsformen von Mitgliedern der Organisation.


Unternehmenskultur-Beispiel: So zeigt sich Unternehmenskultur im Tagesgeschäft

Die Unternehmenskultur ist so etwas wie die DNA einer Firma. Deren Beschaffenheit zeigt sich in vielen Alltagssituationen und Verhaltensstandards. Wir haben eine Reihe von Fragestellungen für Sie aufgelistet, anhand derer Sie einschätzen können, wie es um die Unternehmenskultur bestellt ist:

  • Wie ist der Umgang mit Fehlern und Konflikten? Offen und konstruktiv oder von Angst geprägt?

  • Stehen die Mitarbeitenden hinter dem Unternehmen oder machen sie nur Dienst nach Vorschrift?

  • Wie ist das Verhalten der Mitarbeiter untereinander und der Chefin gegenüber?

  • Werden Leistungen und Einsatz wertgeschätzt und dieses auch kommuniziert?

  • Wie steht es mit der Familienfreundlichkeit? Gibt es beispielsweise eine Kinderbetreuung oder Entlastung für pflegende Personen?

  • Gibt es eine organisierte Feedback-Kultur?

  • Erfüllt die Führungsebene ihre Vorbildfunktion oder hält sie sich nicht an die gemeinsamen Werte?

  • Ist die Work-Life-Balance der Mitarbeitenden ausgewogen? Welche Arbeitszeitmodelle sind möglich?

  • Gibt es Formen der Gesundheitsförderung? Gutscheine für Sportkurse werden bereits von vielen Firmen genutzt.

  • Interessieren Sie sich für Kündigungsgründe. Diese können Ihnen wichtige Rückschlüsse auf die Unternehmenskultur geben.


Auch die Erfahrungen Ihrer Kunden mit dem Unternehmen spiegelt seine Kultur. Wenn beispielsweise nach dem Kauf eine Reklamation ansteht, die für den Kunden kompliziert und zäh verläuft, weil das Unternehmen nicht viel Wert auf den Service legt und die Mitarbeitenden sich abweisend verhalten, sagt das viel über die Unternehmenskultur aus.

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Unternehmenskultur und Unternehmenserfolg gehören zusammen

Egal, ob es die Kooperation im Team, das Arbeitsklima, die Motivation der Mitarbeiter, die allgemeine Mitarbeiterzufriedenheit und Mitarbeiterbindung, oder auch die Erfolgschancen des Unternehmens beim Recruiting der besten Kandidatinnen betrifft – eine starke Unternehmenskultur ist ein beträchtlicher Erfolgsfaktor.

Ein weiterer Vorteil ist der Einfluss einer guten, gelebten Firmenkultur auf die Selbstdarstellung des Betriebes als Marke im Zuge des Employer Branding. Eine gute Aufstellung in diesem Bereich ist ein Magnet für neue Mitarbeiter.

Eine gute Unternehmenskultur bringt finanzielle Vorteile

Eine viel beachtete Studie von Heidrick & Struggles zeigt, dass es einen klaren Zusammenhang zwischen Unternehmenskultur und finanzieller Performance gibt. Sie besagt, dass die Organisationskultur der erfolgreichsten Unternehmen der Klebstoff war, der diese Unternehmen angesichts der Herausforderungen des Jahres 2020 zusammengehalten hat.

CEOs legen mehr Wert auf die Firmenkultur

Stattliche 82 % der CEOs großer Unternehmen legen nun verstärkt den Fokus auf die Unternehmenskultur. Bestimmte CEOs, die sehr akribisch und umfassend den Kulturwandel vorantreiben und als kulturelle Beschleuniger gelten, haben für Ihre Unternehmen laut der Studie ein Umsatzplus von 9,1 % gegenüber 4,4 % der übrigen Unternehmen notiert. Daraus lässt sich schließen, dass die Kulturveränderung im Unternehmen die Produktivität der einzelnen Mitarbeiter deutlich gesteigert hat.


Wie entsteht eine Unternehmenskultur?

Die gute Nachricht vorweg: Es gibt kein Unternehmen ohne Unternehmenskultur – so bescheiden sie im Einzelfall auch sein mag. Wenn Sie die Unternehmenskultur Ihres Unternehmens aber nach vorne bringen möchten, gibt es einige unterstützende Maßnahmen:

  • Formulieren und kommunizieren Sie ein Leitbild, zusammen mit dem Management. Die Frage ist: Wofür steht Ihre Firma?

  • Schulen Sie Ihre Führungskräfte. Sie haben eine Vorbildfunktion und sollten ein gewisses Maß an Empathie und Selbstreflexion mitbringen.

  • Organisieren Sie Maßnahmen zur Teamentwicklung und Events. Vom Kletterpark bis zum Grillen mit Teamaktivitäten ist alles möglich.

  • Bieten Sie Ihren Mitarbeitenden die Möglichkeit, sich weiterzubilden.

  • Sorgen Sie für ein funktionierendes Wissensmanagement durch regelmäßigen Austausch.

  • Kommunizieren Sie wichtige Informationen öffentlich. Durch die hohe Transparenz vermeiden Sie einerseits, dass Mitarbeitende sich „abgehängt" fühlen und resignieren, andererseits zeigen Sie, dass Sie die Menschen ernst nehmen.

  • Bereits im Einstellungsverfahren sollte die HR-Abteilung darauf achten, dass die Kandidaten den passenden Cultural Fit mitbringen.

  • Auf Ihr Employer Branding zahlen Sie, nebenbei bemerkt, ganz selbstverständlich ein, indem Sie Ihre Unternehmenskultur nach außen kommunizieren.


Unternehmenskultur verändern: Warum eigentlich?

In unserer heutigen Welt, in der sich viele Bereiche extrem schnell und dynamisch verändern, müssen auch Unternehmen in Bewegung bleiben. Stillstand kann in diesem Zusammenhang einen Rückschritt bedeuten.

Veränderung der Unternehmenskultur sind also die logische Folge veränderter Rahmenbedingungen, wenn ein Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben möchte.


Unternehmenskultur: notwendige Anpassungen an Veränderungen

Die sich ständig verändernden Einflussfaktoren veranlassen Unternehmen, eingefahrene Prozesse und Strukturen zu überdenken und neu einzurichten. Diese Anpassungen bedeuten einen Wandel der Unternehmenskultur. Zwei Beispiele sollen Ihnen verdeutlichen, wie so eine neue Kultur aussehen kann.

Homeoffice statt Präsenz: Veränderung der Unternehmenskultur

Vor der Corona-Pandemie arbeiteten nur 4 % der Beschäftigten in Deutschland im Homeoffice, im Januar 2021 waren es dagegen bereits 24 %. Dieser deutliche Wandel von der Arbeit in Präsenz hin zur Remote-Arbeit zeigt nicht nur einen veränderten Anspruch seitens der Arbeitnehmer, sondern auch seitens der Unternehmen, die flexibel auf die veränderten Bedingungen reagieren.

Die Veränderungsprozesse im Unternehmen proaktiv zu steuern und zu evaluieren, ist eine wichtige Management-Aufgabe. Unternehmen stehen angesichts des Fachkräftemangels und der verbesserten Gleichstellung der Geschlechter vor der Herausforderung, mit der veränderten Erwartungshaltung potentieller Bewerberinnen und Bewerber Schritt zu halten.

Die Erwartungen potentieller Arbeitskräfte haben sich verschoben

Flexible Arbeitszeiten, Gesundheitsförderung und Kinderbetreuungs-Angebote sind nur einige von vielen Beispielen für die gestiegenen Erwartungen jüngerer Generationen an Unternehmen. Wie beispielsweise eine Studie über die Erwartungen der Gen Z herausfand, sind persönliche Entwicklungsmöglichkeiten und die richtigen Werte für sie am wichtigsten. Zudem wird der Führungsebene eine Vorbildfunktion zugesprochen.

Unternehmen, die die Bedeutung von Vielfalt und die Unterstützung sozialer Anliegen vernachlässigen, werden sich dementsprechend wahrscheinlich schwertun, die besten Kandidatinnen und Kandidaten für sich zu gewinnen.


Fazit: Die Firmenkultur ist ein Erfolgsfaktor

Die Unternehmenskultur gewinnt immer mehr an Bedeutung. Von der Gewinnung guter Mitarbeitender bis hin zur Umsatzsteigerung kann jeder Bereich von einer guten Firmenkultur profitieren. Als Betrieb tun Sie deshalb gut daran, Wert auf eine positive, offene, von Wertschätzung und Respekt getragene Führung zu legen.

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