Deutsch
English
Eesti
Español (España)
Español (América Latina)
Français
Italiano
Japanese (日本語)
Korean (한국어)
Nederlands
Norsk
Polski
Português (BR)
Русский
Suomi
Svenska
Türkçe
Chinese (繁體中文)
Anmelden

Imposter Syndrom – Wie Sie das Hochstapler Syndrom besiegen

“Bald finden alle heraus, dass ich nix kann”.

“Der große Abschluss war pures Glück!”

“Die Beförderung habe ich nicht wirklich verdient ...”

“Ich wurde nur eingestellt, weil es einen Mangel an Bewerbern gab.”

“Niemand darf diesen Fehler entdecken, sonst bin ich meinen Job los!”

Kommen Ihnen diese Gedanken bekannt vor? Selbstzweifel sind menschlich, aber bis zu 70 % aller Menschen sind mindestens einmal im Leben vom sogenannten Imposter Syndrome (das kann man in etwa mit Hochstapler Syndrom übersetzen) betroffen. Für manche ist es sogar ein Dauerzustand.

Das erstmals 1978 von den Psychologinnen Pauline Rose Clance und Suzanne Imes definierte Imposter Syndrome beschreibt einen Zustand, in dem Menschen unter starken Zweifeln an den eigenen Fähigkeiten leiden und das Gefühl haben, sie seien ein “Blender”, dessen Enttarnung unmittelbar bevorsteht. Das Syndrom kann durch die Bank alle Bevölkerungsgruppen treffen und über den beruflichen Bereich hinausgehen. Ausprägungen und Symptome dessen sind abhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft oder kulturellem Hintergrund.

Gerade in einem Bereich wie dem Vertrieb, der offen für viele talentierte Menschen ist, ohne dabei auf eine einheitliche, formale Ausbildungen zu setzen, kann es schnell passieren, dass sich Mitarbeiter fragen, ob sie überhaupt qualifiziert sind. Schlechte Erfahrungen in vorherigen Arbeitsverhältnissen, z. B. eine Kündigung, oder auch eine allgemeine schlechte Wirtschaftslage können solche Sorgen noch befeuern.

Folgen des Imposter Syndroms

Vielleicht erscheint Ihnen das Hochstapler Syndrom erst mal relativ banal und wie eine natürliche Begleiterscheinung des Lebens. Aber gerade wenn es nicht nur einmalig auftritt, kann es weitreichende Folgen haben.

Überarbeitung

Menschen, die das Gefühl haben, nicht gut genug zu sein, arbeiten häufig übertrieben hart und sind nahezu besessen von kleinsten Details. Stellt sich dann der Erfolg ein, sehen sie den alleinigen Grund dafür in ihrem unproportionalen Engagement – ein Teufelskreis der schnell zum Burn-out führen kann.

Prokrastination

Wer glaubt, dass er nicht die nötigen Fähigkeiten mitbringt, um eine Aufgabe erfolgreich zu bewältigen, schiebt diese womöglich immer weiter vor sich her, wenn dann die Zeit knapp wird und Deadlines verstreichen, kann das Imposter Syndrome zur selbst erfüllenden Prophezeiung werden.

Mangelnde Authentizität

Bei manchen Menschen führt die Angst vor “Entlarvung” und ihren negativen Folgen dazu, dass sie Vorgesetzten und Kollegen beständig nach dem Mund reden, anstatt ihre wirkliche Meinung zu äußern. Dies verstärkt das Gefühl “falsch” zu sein, nur noch mehr.

Geringes Selbstvertrauen

Ein ausgeprägter Mangel an Selbstvertrauen ist die logische Konsequenz von Gedanken wie “Diesen Job habe ich mir eigentlich erschlichen”. Das kann direkten Einfluss auf Ihre Arbeit haben. Gerade im Vertrieb ist es elementar, im Kontakt mit Kunden Selbstvertrauen auszustrahlen, ansonsten kann Ihnen die nötige Überzeugungskraft abgehen. “Fake it till you make it” mag eine Weile helfen, wird Sie aber auf Dauer erschöpfen. Schlussendlich können andauernde Selbstzweifel Sie daran hindern, neue Herausforderungen anzunehmen und sich weiterzuentwickeln.

Tschüss Hochstapler Syndrom – aktiv gegen das Imposter Syndrom:

Die schlechte Nachricht vorweg: Ein ausgeprägtes Imposter Syndrom wird Sie wahrscheinlich Ihr Leben lang begleiten. Aber Sie können lernen, es als solches zu erkennen, ihm entsprechend zu begegnen und es erheblich abzumildern.

Ursachenforschung

Wenn Sie sich das nächste Mal bei Gedanken wie “Dafür bin ich eigentlich nicht qualifiziert” ertappen, dann üben Sie sich darin, Distanz zu solchen Gedanken aufzubauen, denn: Nicht alles, was Sie denken, ist wahr! Lassen Sie sich also nicht von einem Strom negativer Gedanken mitreißen. Stattdessen kann es helfen, sich zu sagen: “Ah ja, das ist ja ein interessanter/merkwürdiger/kurioser Gedanke! Woher kommt der wohl?” Durch diese bewusste Distanzierung können Sie herausfinden, was Ihnen wirklich Sorge macht.

Erfolge visualisieren

Machen Sie sich Ihre Erfolge bewusst. Am besten, indem Sie sie schriftlich festhalten, sei es in einem Notizbuch, auf Karteikarten etc. Tatsächlich kann auch ein Blick in Ihr CRM ein gutes Mittel sein. Wie viele Deals haben Sie in den letzten Monaten abgeschlossen? Wie viele neue Kunden haben Sie an Bord geholt? Wie viel Geld hat das Unternehmen dank Ihnen eingenommen? Wenn Sie mit der Ziele-Funktion von Pipedrive arbeiten, können Sie außerdem genau verfolgen, wo Sie beim Erreichen dieser stehen. Vielleicht planen Sie einen regelmäßigen Check-In, um es sich zur Gewohnheit zu machen, Erfolge zu feiern?

Mit Freunden reden

Wenden Sie sich an empathische Freunde und sprechen Sie über Ihr Problem. Häufig reicht allein schon das Verbalisieren, um die Ängste zu relativieren und sich Luft zu machen. Vielleicht haben Ihre Freunde sogar ähnliche Erfahrungen gemacht.

Mit Vorgesetzten sprechen

Hier ist etwas Vorsicht geboten. Sicherlich können Sie ihren Manager nach einiger Zeit gut einschätzen. Pflegen Sie ein gutes Verhältnis, dann können Sie Ihre Sorgen direkt ansprechen. Wenn Ihnen das unangenehm ist, kann eine Bitte um (regelmäßiges) Feedback helfen. Allerdings: Nehmen Sie Lob dann auch an und tun Sie es nicht mit einem “sicherlich war das nicht ernst gemeint” ab. Und: Akzeptieren Sie konstruktive Kritik als Möglichkeit, um gezielt an sich zu arbeiten, nicht als Beweis für Ihre befürchtete Inkompetenz.

Vertrauen

Halten Sie sich vor Augen, dass die Menschen, die Sie eingestellt, befördert etc. haben, Experten auf ihrem Gebiet sind und genau wussten, welche Fähigkeiten für diesen Job notwendig sind. Ist es nicht unfair, an ihrer Intelligenz und Kompetenz zu zweifeln, indem Sie annehmen, es wäre Ihnen gelungen, sie zu täuschen?

Bewusste Sprache

Leiten Sie Aussagen oft mit Wendungen wie “Ich habe das Gefühl” oder “Vielleicht liegt es an mir aber…” ein? Das klingt nicht gerade selbstbewusst und ob Sie es glauben oder nicht, das hat direkte Auswirkungen auf Ihr Selbstvertrauen. Nutzen Sie Sprache, die Zuversicht reflektiert und Sie werden merken, wie sich dies auch auf sie selbst auswirkt.

Auf vielen Ebenen können Sie selbst aktiv etwas gegen das Hochstapler Syndrom tun. Mitunter ist es allerdings auch nur Begleiterscheinung eines größeren Problems oder hat sich bereits so stark manifestiert, dass unsere Tipps Ihnen nicht helfen können. Dann ist es unbedingt angeraten, sich professionelle Hilfe zu suchen. Scheuen Sie diesen Schritt nicht und sprechen Sie im Zweifel Ihren Hausarzt an, um Hilfe für die nächsten Schritte zu erhalten. Darüber hinaus können Sie sich an diese Stellen wenden.

Teilen Sie Ihre Gedanken mit unserer Community

Treten Sie in unserer Community in Kontakt mit gleichgesinnten Vertriebs- und Marketingexperten/-expertinnen.

Der Community beitreten