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Vertriebsstrategie entwickeln: In 8 Schritten zum Erfolg

Auch die besten Erfolgsrezepte halten nicht ewig. Im Vertrieb werfen Veränderungen ihre Schatten voraus. So prognostiziert Forrester, dass nach 2021 die Ausgaben für Retention um 30 Prozent steigen, während sie für alle anderen Bereiche abschmelzen. Wer in diesem Umfeld erfolgreich bleiben will, muss sich flexibel anpassen und gleichzeitig strategisch und zielorientiert handeln.

Für konstant gute Deals und hohe Umsätze müssen viele Elemente gut geplant ineinander greifen. Damit Sie in einer extrem kompetitiven Umgebung genau wissen, was Sie tun und wie Sie führen wollen, brauchen Sie eine schlüssige und dynamisch anpassbare Vertriebsstrategie. Lesen Sie hier, wie Sie die schrittweise entwickeln können.

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Inhaltsverzeichnis


Was ist eine Vertriebsstrategie?

In der Vertriebsstrategie wird langfristig und zukunftsorientiert die Ausrichtung des unternehmerischen Handelns auf allen relevanten Gebieten festgelegt.

Ziel ist die Förderung des Absatzes zur Erreichung der Unternehmensziele.


Vertriebsstrategie: Definition und Bedeutung

Die strategische Planung im Vertrieb umfasst drei Ebenen:

  1. Das Vertriebskonzept mit Zielen, Richtungsentscheidungen und relevanten Informationen bestimmt den allgemeinen Rahmen.

  2. Die Vertriebsstrategie baut auf dem Konzept auf. Mit langfristiger Handlungsorientierung gibt sie vor, wie die Ziele in einzelnen Strategiebereichen erreicht werden sollen.

  3. Der Vertriebsplan setzt langfristige Strategien und Unternehmenspolitiken in kurzfristige, operative Maßnahmen um.

Die Vertriebsstrategie ist das Bindeglied zwischen den Vertriebszielen und dem alltäglichen Handeln im Unternehmen. Sie dient als zentrale Orientierung für alle Entscheidungen der Vertriebsleitung. Sie ist die Grundlage für die Gestaltung der Vertriebsstruktur und für die Organisation aller Vertriebsprozesse und Aktivitäten. Und sie ist der Ausgangspunkt für das Vertriebscontrolling, die Festlegung von Absatz- und Umsatzzielen und die kontinuierliche Optimierung.


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Unterschiede in der Vertriebsstrategie: B2B vs. B2C

Vertriebsstrategien für B2B und B2C haben viele Gemeinsamkeiten, aber auch eine Reihe von wichtigen Unterschieden. Die Grundlagen sind die gleichen. Doch die einzelnen Strategiebereiche müssen auf verschiedene Umgebungen, Zielgruppen und Voraussetzungen abgestimmt sein.

Das sind die Besonderheiten der Vertriebsstrategie für B2C:

  • private Kunden kaufen aus eigenem Antrieb für persönliche Bedürfnisse

  • Kunden geben ihr eigenes Geld aus

  • Kommunikation des Nutzens läuft vorrangig über Emotion – Daten, Zahlen und Fakten wirken nur unterstützend

  • Sichtbarkeit, Brandbuilding und Leadgewinnung in der Regel über zahlreiche Marketing- und Vertriebskanäle

  • persönlicher Kontakt als möglicher Touchpoint, aber nicht zwingend

  • im Durchschnitt viele Deals und Abschlüsse mit relativ niedrigem Wert

  • schnelle Deals und vergleichsweise kurze Pipeline

Dagegen gelten für eine Strategie im B2B-Vertrieb ganz andere Voraussetzungen:

  • Einkäufer beschaffen Waren und Dienstleistungen im Auftrag und auf Rechnung des Unternehmens und sind rechenschaftspflichtig

  • Markenaufbau läuft stärker über Netzwerke und Referenzen

  • Marketingaktivitäten müssen Professionalität und Zuverlässigkeit vermitteln

  • Kommunikation des Kundennutzens verläuft in erster Linie über Daten und Fakten, Produktmerkmale, Konditionen und Preis

  • emotionale Komponente im Verkauf wenig bis gar nicht ausgeprägt

  • persönlicher Kontakt bzw. fester Ansprechpartner im verkaufenden Unternehmen ist oft Standard und wirkt vertrauensbildend

  • weniger Deals mit höheren Beträgen und langfristigen Verträgen

  • Buyer’s Journey kann von Leadgewinnung bis Abschluss Monate oder Jahre dauern



In 8 Schritten eine Vertriebsstrategie entwickeln

Die Vertriebsstrategie gibt vor, wie der Weg vom Ist- zum Soll-Zustand gestaltet wird. Zu mehreren Bereichen und Fragestellungen müssen Sie dafür Wege und Handlungsausrichtungen festlegen. Dabei gehen Sie von den Informationen aus, die Sie bereits im Vertriebskonzept zusammengestellt haben.

Die Einzelbereiche entsprechen dem erweiterten Marketing-Mix. In der klassischen Form hat dieser vier Bereiche, die auch als „4P” bezeichnet werden: Product, Price, Place, Promotion.

Zeitgemäße Fassungen erweitern den Marketingmix um zusätzliche Strategie-Bereiche, so dass ein 7P- bzw. 8P-Modell entsteht. Daraus leiten sich direkt die 8 Schritte der Strategieentwicklung ab.

Wir werden Ihnen im Folgenden eine Anleitung zur Vertriebsstrategie-Entwicklung geben, die auf dem 8P-Modell basiert und alle Aspekte in den Blick nimmt. Zunächst widmen wir uns aber der Vorbereitung.

Vorbereitung: Ist-Analyse und Positionierung

Wenn Sie die Konzeptionsphase Ihres Vertriebs vollständig abgeschlossen haben, können Sie davon ausgehen, dass Sie über alle Informationen verfügen, um jetzt strategische Entscheidungen zu treffen.

Prüfen Sie jetzt Ihre konzeptuelle Vorbereitung: Schließen Sie Lücken oder Unklarheiten, bevor Sie mit der Strategieentwicklung beginnen. Sonst basieren wichtige Entscheidungen auf unsicheren oder fehlerhaften Annahmen.

Bei der Ist-Analyse stellen Sie alle Fragen und erheben sämtliche Informationen, nach denen sich strategisches Vertriebshandeln ausrichten muss. Dafür können Sie beispielsweise die SWOT-Analyse und weitere bewährte Instrumente einsetzen.

Sie analysieren damit sowohl innere als auch äußere Faktoren:

  • Die Marktanalyse und Umfeldanalyse liefert Aussagen zu externen Faktoren wie der Größe des Gesamtmarkts, der aktuellen Marktsituation, Trends und wichtigen Entwicklungen. Dafür können Sie Studien, Statistiken, Medienberichte und auch die Expertise und Erfahrung von Mitarbeitern und Partnern auswerten. Diese Informationen sind elementar, damit Sie Chancen und Risiken verschiedener Handlungsweisen realistische bewerten können.

  • Ebenso wichtig sind die Ergebnisse der Ist-Analyse zu internen Faktoren. Damit decken Sie gründlich die Stärken und Schwächen des eigenen Unternehmens und des Geschäftsmodells auf. Sie definieren Wettbewerbsvorteile und Alleinstellungsmerkmale (USP), bewerten Potentiale, Ansatzpunkte und auch Herausforderungen und Risiken für die Vertriebsarbeit.

  • Zur Vorbereitung gehören klare Vertriebsziele. Sie basieren auf den allgemeinen Unternehmenszielen und sollen durch ausreichende Vertriebserfolge sicherstellen, dass diese realistisch erreicht werden können. Für eine handlungsorientierte Strategie brauchen Sie konkrete Ziele für konkrete Zeiträume. Das SMART-Modell ist dafür eine bewährte Methode.

  • Ein entscheidender Faktor in allen Vertriebsaktivitäten sind Ihre Zielkunden und die Zielgruppe. Für sie schaffen Sie einen einzigartigen Kundennutzen. Auf die Kundenbedürfnisse richten Sie alle Aktivitäten aus, um Sichtbarkeit, Vertrauen und Kaufmotivation zu erzeugen. Die Kundensegmentierung definiert Ihre favorisierte Kundengruppe und feinere Fokusgruppen durch demografische, soziografische und verhaltensorientierte Merkmale.

  • Ein zentraler Aspekt der konzeptionellen Vorbereitung ist die Konkurrenzanalyse. Bringen Sie die Stärken und USPs der Konkurrenz in Erfahrung. Ermitteln Sie, an welchen Stellen Sie sich effektiv von den wichtigsten Mitbewerbern abgrenzen können. Und stellen Sie fest, welche eigenen Schwächen Sie dringend abstellen müssen.

  • Schließlich entscheiden Sie mit der Positionierung, welches Marktsegment und welche Nische Sie strategisch besetzen möchten. Dabei orientieren Sie sich daran, welchen einzigartigen Nutzen Sie für die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe konkurrenzfähig anbieten wollen.

Wenn diese Punkte im Vertriebskonzept klar und vollständig entschieden sind, sind Sie gut vorbereitet und können mit der Strategieentwicklung beginnen.


1. Produkt (Product)

Die Produktstrategie legt die Produkte und Angebote fest, die Ihr Portfolio bilden. Auf dem Nutzen, den diese Angebote für Ihre Zielgruppe erzeugen, baut Ihre gesamte Vertriebsstrategie auf. Sie müssen daher Ihre Produkte in allen Facetten sehr genau kennen und verstehen.

Der Nutzen ist die wichtigste Eigenschaft Ihrer Produkte, denn er ist für Personen und Unternehmen der einzige Grund, Ihr Kunde zu werden. Damit Sie Ihre Strategie auf den Nutzen ausrichten können, müssen Sie verstehen, dass Ihr Kunde nicht das Produkt kaufen will: Er braucht die Lösung, den Mehrwert, den Nutzen, den er daraus ziehen kann.

Ein klassisches Beispiel: Wenn man Löcher kaufen könnte, würden niemand Bohrmaschinen kaufen.

Mit einer systematische Analyse des eigenen Angebots stellen Sie fest, welche Produkte im Portfolio welche Rolle spielen. Sie ermitteln ihre Position im Produktlebenszyklus, ihre produktspezifische Kostenstruktur, Deckungsbeiträge und Rentabilität.

Für eine Wachstumsstrategie ist die Innovationsfähigkeit der zweite, entscheidender Faktor neben der Möglichkeit zur Expansion auf neue Märkte. Zur Produktstrategie gehört auch die Roadmap für Verbesserungen und Neuentwicklungen.

Sie können ein Sortiment auf verschiedene Weise strategisch aufbauen:

  • einen ganzen Produktverbund anbieten

  • günstige, mittlere und teure Produkte nebeneinander stellen und damit den Absatz der mittleren Range fördern

  • Komplexität vermeiden, die zum Paradox of Choice führen kann

  • in einer Mischkalkulation zahlreiche Produkte lancieren, wobei wenige Erfolge das gesamte Sortiment finanzieren

2. Preis (Price)

Die Preisstrategie ist für Ihre Rentabilität entscheidend. Hier legen Sie fest, welche Menge Sie zu welchem Preis verkaufen möchten, um Gewinn zu erwirtschaften und wettbewerbsfähig zu sein.

Die Rentabilität ist abhängig von der Spanne zwischen Herstellungskosten und Verkaufspreis. Da die Herstellungskosten produktabhängig sind und durch bestimmte Merkmale steigen oder sinken, ergibt sich eine direkte Verbindung mit der Produktstrategie.

Ausgehend von der Marktsituation, der Positionierung und Ihren spezifischen Zielen können Sie sich für verschiedene klassische Preisstrategien entscheiden:

  • Penetrationsstrategie

  • Abschöpfungsstrategie (Skimming)

  • Festpreisstrategie (Low, Medium oder Premium)

  • Preiswettbewerbsstrategie

  • Differenzierungsstrategie

3. Distribution (Place)

Im Rahmen der Distributionspolitik gestalten Sie die Verbindung zwischen Anbieter und Kunde mit Hilfe Ihrer Absatzkanäle: Von der ersten Wahrnehmung über Marketingkommunikation und Verkaufsgespräche bis zum Abschluss. Speziell müssen Sie entscheiden, wie der Informationsfluss, der Warenverkehr und die Abwicklung des Kaufprozesses aussehen sollen.

Das können Sie sehr unterschiedlich gestalten. Zu den strategischen Entscheidungen gehören folgende Bereiche:

  • Direktvertrieb und indirekte Vertriebsarten mit mehreren Zwischenhändlern,

  • Struktur und Organisation der Vertriebswege mit allen nötigen Fähigkeiten und Kompetenzen, die Sie intern oder über externe Partner und Dritte abbilden können

  • strategische Auswahl digitaler und analoger Vertriebskanäle mit umfangreichen Möglichkeiten für Werbung und Marketing, Leadgewinnung, Akquise von Neukunden und Vertriebskommunikation

4. Kommunikation (Promotion)

Wenn die Vertriebskanäle bestimmt sind, können Sie entscheiden, wie und wann Sie mit welchen Inhalte Ihre Kunden ansprechen wollen. Was muss Ihr Kunde in den verschiedenen Phasen während der Entstehung von Bewusstsein, Interesse, Motivation und Entscheidung wissen? Welche Informationen sucht Ihre Kundin, was braucht sie, damit sie Vertrauen und Interesse gewinnt und sich das wünscht, was Ihr Angebot verspricht?

Zur Kommunikationspolitik gehört Ihr strategischer Umgang mit Content: Sie legen fest, welche Informationen, Begriffe, Bilder und Stories Sie übermitteln wollen. Sie entwerfen Guidelines, Vorlagen und Roadmaps, die Sie an Personas, Branchen und Vertriebsphasen anpassen können. Dabei kann schon eine Blaupause für die spätere Buyer's Journey und die Vertriebspipeline entstehen.

Dieser Strategiebereich hat ebenso wie die Auswahl der Vertriebskanäle große Überschneidungen mit dem Marketing. Hier zeigt sich am deutlichsten, warum es immer wichtiger wird, Marketing und Vertrieb als Einheit zu denken.

5. Personal (Person)

Ihr Team ist eine Ihrer wichtigsten strategischen Ressourcen. Sie wissen, was Sie erreichen wollen und was Sie dafür brauchen. Nun müssen Sie herausfinden, welche Fähigkeiten und Kompetenzen dafür nötig sind – und dafür die besten Leute ins Boot holen.

Wenn Sie Ihr Vertriebsteam aufbauen, definieren Sie Rollen, Zuständigkeiten und Aufgaben und verteilen die an geeignete Mitarbeiterinnen. Benötigen Sie einen Außendienst? Wem vertrauen Sie die Vertriebsleitung, das Vertriebsmanagement und das Controlling an? Wie sind die Zuständigkeiten zwischen Marketing, Sales und Service aufgeteilt? Und welche Aufgaben sind bei welcher Rolle am besten aufgehoben? Zur Personalstrategie gehören auch Entscheidungen zu den Themen Teambuilding, Motivation, Unterstützung und Interessenvertretung, Qualifikation und Weiterbildung.

Ihr Team ist an dieser Stelle eine großartige Hilfe, weil Ihre Vertriebsmitarbeiter selbst viel Wissen über ihre Teilbereiche mitbringen. Dafür sollten Sie die Strategie mit dem Team teilen und sie gemeinsam weiterentwickeln. Das gibt den Teammitgliedern gute Orientierung und verbessert die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Funktionen und Abteilungen.

6. Ausstattung (Physical Facilities)

Der Bereich der Ausstattung beinhaltete ursprünglich vor allem Anlagen und Produktionsausrüstung, Immobilien, Verkaufs- und Lagerflächen. In der Industrie spielt das nach wie vor eine zentrale Rolle. Doch in vielen Branchen ist heute die digitale Ausstattung wesentlich wichtiger als Immobilien und Maschinen.

Welche übergreifenden Plattformen und Systeme setzt Ihr Vertrieb ein? Das sind die Arbeitsumgebungen, in denen der größte Teil der Aktivitäten geplant, gesteuert, ausgeführt und kontrolliert wird. Im Vertrieb ist das vor allem das CRM-System.

Das CRM spielt als zentrale Datenplattform eine essentielle Rolle für die Abstimmung und Synchronisierung der datengetriebenen Anwendungen im Unternehmen. Mit einer zentralen Datenplattform bauen Sie Silos ab und können den vollen Nutzen aus Ihren Daten ziehen.

Dazu kommt weitere Software und Anwendungen für konkrete Aufgaben, die sich nahtlos in den Techstack einfügen müssen. Es ist eine wichtige strategische Entscheidung, ob Sie eine umfassende All-in-One-Lösung oder für jede Einzelaufgabe ein spezialisiertes Tool nutzen wollen. Besondere Lösungen können auch intern angepasst, entwickelt und gepflegt werden. Sie können Software als lokale Installation On-Premises oder als SaaS nutzen. Behalten Sie auch die Skalierbarkeit Ihrer Softwarelandschaft im Auge!

7. Prozesse (Process)

Die Gestaltung der Abläufe und Prozesse im Vertrieb kann als eigener Strategiebereich gelten. Sie wollen handlungsorientiert arbeiten und die Aktivitäten in den Mittelpunkt stellen, die greifbare Ergebnisse bringen. Dafür müssen alle Abläufe und Vertriebsprozesse klar und lückenlos beschrieben sein.

Durch diese Klarheit erkennen Sie, wenn Teammitglieder zu stark mit administrativen Tätigkeiten beschäftigt sind. So können Sie die Nettovertriebszeit steigern.

Sie definieren die Aktivitäten entlang der Vertriebspipeline. Damit schaffen Sie einen eindeutigen Aktivitätsrahmen und richten die Buyer’s Journey konsequent auf den Abschluss des Deals aus. Prozesse, die diesem Ziel nicht dienen oder es sogar behindern können Sie ändern oder vollständig abschaffen.

Diese Klarheit der Prozesse ist auch eine wichtige Grundlage für Automatisierung. Das räumt im Zusammenspiel mit Ihrer Digitalstrategie dem Team noch mehr Zeit für wertschöpfende Aufgaben ein.

8. Kundenzentriertheit und Engagement (Participation)

Die Fokussierung auf die Kundinnen und Kunden spielt in jedem Strategiebereich eine zentrale Rolle. Sie hat aber auch eine eigene strategische Bedeutung. An dieser Stelle suchen Sie nach den besten Möglichkeiten, um Kundenbeziehungen zu aktivieren und Kunden tief in die Prozesse des Unternehmens einzubinden.

Wenn sich Kunden in allen Stadien von der Produktentwicklung bis zur Erfolgskontrolle einbringen, profitieren Sie auf drei Arten:

  1. Ihre Zielgruppe liefert umfangreiche Daten zu Bedürfnisse, Wünschen und Präferenzen

  2. Ihre Kunden machen ein persönliche und individuelle Erfahrungen, die ihre Kaufbereitschaft steigern

  3. Die Kundenbindung steigt

Retention und die Steigerung des Customer Lifetime Value sind Erfolgsfaktoren, an denen sich entscheiden kann, welche Marke geht und welche bleibt. Fragen Sie daher: Wann, wie und warum nimmt der Kunde an den Prozessen im Unternehmen teil? Und wie können Sie das vertiefen und erweitern?


Acht Vertriebsstrategien als Beispiele

Mit den bisherigen Hinweisen dürften Sie sich bereits ein Bild davon gemacht haben, was eine Vertriebsstrategie umfassen sollte und wie Ihre eigene aussehen könnte. Unser kostenloser Leitfaden für Vertriebsstrategie geht auf viele Punkte noch detaillierter ein. Unter anderem erfahren Sie, wie Sie verschiedene Strategiebereiche mit Kennzahlen verbinden, die Ihren Vertriebserfolg messbar machen.

Hier geben wir Ihnen zum Abschluss für jeden Bereich noch ein Beispiel, das zeigt, welche Form diese Strategien in der Praxis annehmen können.

Produktstrategie

Ein faszinierendes Beispiel für die komplexen Fragen hinter einer Produktstrategie ist die Umstellung auf E-Mobilität bei europäischen Autoherstellern wie Volkswagen oder BWM.

Im Spannungsfeld zwischen ökologischem, gesellschaftlichem und politischem Wandel, technischen Herausforderungen und tief verwurzelten Branchenstrukturen muss eine gesamte Industrie ihr Kernprodukt neu denken. Dabei ist es eine sehr spannende Frage, aus welchen strategischen Gründen letztlich bestimmte Alternativen wie das Elektroauto sich durchsetzen, während andere Optionen wie der Brennstoffzellenantrieb in der Nische bleiben.

Preisstrategie

Die Preisstrategie ist eng mit der Wachstumsstrategie verbunden. Wenn neue Mitspieler auf einen etablierten Markt drängen, lassen sich Preisstrategien als strategische Mittel in Aktion genau beobachten.

Ein schönes Beispiel ist der Markt für Energieablesung. Der erlebt einen massiven Umbruch, weil die Digitalisierung gesetzlich erzwungen wird. Das nutzen Unternehmen wie die LEITRON GmbH, die mit digitaler Expertise solide Angebote schnüren. Damit können sie sich in einer aggressiven Preiswettbewerbsstrategie deutlich günstiger positionieren als die Marktführer.

Distributionsstrategie

Die Wahl der Vertriebswege kann ein Unternehmen entscheidend prägen. Sogar bis hin zu dem Punkt, dass ein ganzes Geschäftsmodell auf einem bestimmten Vertriebsweg basiert.

Das ist der Fall bei der großen Zahl an Onlinehändlern, die nur noch verkaufen und sich durch Fulfillment by Amazon den Aufwand für Lagerung, Versand, Rechnungsstellung und Retouren vollständig sparen. Die Plattform nimmt dafür einen Teil des Umsatzes und hat so ein neues, lukratives Produkt, um an seinen Dritthändler mitzuverdienen.

Kommunikationsstrategie

Die richtigen Inhalte zur richtigen Zeit sind entscheidend für den Deal. Dass das auch für B2B nicht immer nur mit Zahlen, Daten und Fakten passieren muss, zeigt die Zusammenarbeit von Würth und Zimmermann Manni Dirsch. Die Kooperation ist ein Beispiel für gelungenes B2B Influencer Marketing.

Personalstrategie

Es ist gar nicht so lang her, da bestand ein Vertriebsteam aus dem Innendienst, der telefoniert, und dem Außendienst, der Kunden besucht und Verträge abschließt. Inzwischen haben sich mit Disziplinen wie dem Inside Sales neue Bereiche herausgebildet. Und auch künstliche Intelligenz spielt zunehmend eine Rolle, beispielsweise wenn automatisiert Leads generiert werden oder ein KI-basierter Verkaufsassistent während der Arbeit im CRM Tipps gibt.

In dieser veränderten Welt treten neue Aufgaben auf den Plan, die in der Personalstrategie berücksichtigt werden müssen. Wer mithalten möchte, sollte daher nicht nur Gedanken darauf verwenden, das perfekte Vertriebs-Team aufzubauen, sondern auch die technische Ausstattung gleich mitdenken.

Prozessstrategie

Ein entscheidender Prozess in jeder Transaktion ist die Abwicklung der Bezahlung. Das gilt umso mehr online, weil da nicht einfach Geld über die Theke wandern kann. Zuverlässige und akzeptierte Zahlungssysteme sind im eCommerce unverzichtbar.

Entsprechend groß war das Aufsehen, als eBay 2019 ankündigte, die lange und bewährte Zusammenarbeit mit PayPal aufzukündigen. Dieser Wechsel in der Strategie ist ein tiefer Eingriff in die Prozesse des Auktionshauses, der Chancen, aber auch gehörige Risiken birgt.

Partizipationsstrategie

Wer es schafft, den Kunden zum Gestalter der eigenen Produkte zu machen, muss sich über Verkäufe nur noch wenig Gedanken machen.

Als Marktführer für Sportkleidung hat Nike das strategische Engagement bei den Sneakers erfolgreich umgesetzt. Mit Nike by You kann der Interessent seine neue Schuhe dem eigenen Geschmack anpassen und festigt so ohne Zutun des Anbieters die eigene Kaufentscheidung.

Ausstattung und digitale Strategie

Nach guten Beispielen für digitale Strategie muss man gar nicht so weit in die Ferne schauen. Testimonials aus vielen Branchen zeigen, wie das visuelle Pipeline Management mit Pipedrive den Vertrieb einfach und effizient macht und täglich die Aktivitäten in den Fokus holt, die Ergebnisse bringen. Über 95.000 Kunden erreichen mit dieser cleveren, strategischen Entscheidung in diesem Augenblick mehr Umsatz und mehr Wachstum.


Fazit: Starke Vertriebsstrategien haben Aktivitäten im Fokus

Eine gut durchdachte Vertriebsstrategie hilft Ihnen, damit Sie Ihre Ziele erreichen und Ihre Geschäftsidee skalieren. Dafür müssen Sie in allen acht Strategiebereichen klare Entscheidungen treffen. Gründen Sie die strategische Ausrichtung auf ein schlüssiges Vertriebskonzept und richten Sie jede Entscheidung konsequent auf die Aktivitäten aus, die Sie dem Abschluss guter Deals näher bringen!

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